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4.07.2017 | Oberwesel

Festliche Ansprache von Dr. Steffen Bruendel

Dr. Steffen Bruendel bei seiner feierlichen Ansprache; Foto: Stadtmanagement Oberwesel

„Glück“ als politische Kategorie – zur Einweihung der gleichnamigen Skulptur des Künstlers Victor Sanovec am 26. Juni 2017 in Oberwesel

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
lieber Victor, liebe Barbara,
lieber Herr Jäckel,
meine sehr geehrten Damen und Herren, 

heute übergeben wir die von Victor Sanovec geschaffene Skulptur „Glück“ der Stadt Oberwesel und damit der Öffentlichkeit.

Das Wort „Glück“ bezeichnet einen innerlichen Zustand friedvoller oder auch ekstatischer Zufriedenheit, welche sich durch eine günstige Schicksalswendung oder die Erreichung eines Ziels durch einstellen kann.1 Glück kann also vom Zufall abhängen oder auch herbeigeführt werden, so wie es das bekannte Sprichwort ausdrückt: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Es besagt, dass jeder auch für sich verantwortlich ist und selbst einiges dazu beitragen kann, sein Glück – gegebenenfalls trotz widriger Umstände – zu finden. Ich werde hierauf in Bezug auf Victor Sanovec später noch eingehen.
Interessant ist, dass die Vorstellung, „Glück“ herbeiführen zu können, eine politische Implikation enthält. Als individuelles Freiheitsrecht wurde das „Streben nach Glück“ bzw. „the Pursuit of Happiness“ erstmals in der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 festgelegt. Die deutschsprachige amerikanische Zeitung „Pennsylvanischer Staatsbote“ übersetzte die betreffende Passage wie folgt:
„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit.“2

Ungefähr ein halbes Jahrhundert später wurde „Glück“ auch in Deutschland zu einem politischen Begriff, und zwar in einem Lied, dessen dritte Strophe lautet:

„Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland
danach lasst uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand. 
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand
blüh’ im Glanze dieses Glückes
blühe, deutsches Vaterland.“

Dies ist, wie Sie alle wissen, die dritte Strophe des „Deutschlandliedes“. Verfasst hat es August Heinrich Hoffmann, der aus dem Dorf Fallersleben bei Wolfsburg stammte und sich seit 1821 „Hoffmann von Fallersleben“ nannte. Geschrieben hat er das „Lied der Deutschen“ 1841 auf der damals britischen Insel Helgoland. Es war Liebeskummer, weshalb Hoffmann von Fallersleben für etwa zwei Monate – August und September 1841 – ins selbstgewählte Exil gegangen war, aber es waren deutsch-französische Spannungen und der Blick aus der Ferne auf das aus vielen (Klein-)Staaten bestehende Deutschland, die ihn zu seinem Lied animierten. Es drückt das verbreitete Sehnen nach einem starken, geeinten Deutschland aus, das zugleich das Recht und die Freiheit seiner Bürger garantieren sollte. So ist auch die erste Strophe des Deutschlandliedes zu verstehen, die mit der Zeile beginnt: „Deutschland, Deutschland über alles“.

Die erste Strophe bekam in späteren Jahrzehnten eine zunehmend nationalistische Bedeutung, aber es war der erste Reichspräsident der Weimar Republik, Friedrich Ebert, der das Deutschlandlied 1922 zur Nationalhymne erhob. Die Nationalsozialisten nutzten ab 1933 nur die erste Strophe und ergänzten diese durch ihre Parteihymne, das „Horst-Wessel-Lied“. Nach dem Zweiten Weltkrieg einigten sich Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer 1952 wieder auf das „Deutschlandlied“, wenngleich man nur die dritte Strophe spielen sollte. Nach der Wiedervereinigung legten Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl 1991 fest, dass fortan allein die dritte Strophe die Nationalhymne Deutschlands sein möge.4

„Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand“ – Diese Zeilen betonen die wesentlichen Elemente eines modernen demokratischen Staates. Im Sinne Hoffmann von Fallerslebens sind die politische Einheit der Nation, der Rechtsstaat und die bürgerlichen Freiheiten die notwendigen Voraussetzungen eines Gemeinwesens und in diesem Sinne „des Glückes Unterpfand“. Ich rufe die Entstehungsgeschichte unserer Nationalhymne deshalb in Erinnerung, weil Victor Sanovec mit seiner Skulptur „Glück“ inhaltlich und räumlich auf das Deutschlandlied Bezug nimmt.

Schräg gegenüber, am Hotel „Goldener Pfropfenzieher“, erinnert nämlich – wie Sie wissen – eine Gedenktafel daran, dass Hoffmann von Fallersleben das Deutschlandlied dort am 17. August 1843 gesungen habe – wie es heißt: zum ersten Mal „im Westen des Reiches“.5 Also nicht zum ersten Mal überhaupt, wie die für das Regionalmarketing zuständigen Stellen gerne berichten6, sondern zum ersten Mal im Westen Deutschlands.7 Denn zum allerersten Mal wurde das Deutschlandlied in Hamburg gesungen, und zwar unmittelbar nach der Rückkehr des Dichters aus Helgoland im Oktober 1841.8 
100 Jahre später, zur reichsweit begangenen Jahrhundertfeier des Deutschlandliedes im Jahre 1941, wurde hier in Oberwesel in Anwesenheit der örtlichen NS-Funktionsträger die Gedenktafel angebracht.9 1941 aber waren „Recht und Freiheit“, die Hoffmann von Fallersleben als „Unterpfand“ des Glücks erachtet hatte, seit acht Jahren beseitigt. Die 1933 errichtete NS-Diktatur hatte 1941 bereits Hunderttausende ins Unglück gestürzt: durch Terror, Zwangsenteignung und erzwungenes Exil. Insofern verweist Jahreszahl 1941 auf die dunkelste Epoche der deutschen Geschichte.

Am Vorabend des 1939 von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkriegs lebten von den ursprünglich rund 500.000 deutschen Juden noch etwa 185.000 im sogenannten „Großdeutschen Reich“. Als 1941 im Rahmen der Jahrhundertfeier die Gedenktafel am Hotel „Goldener Pfropfenzieher“ angebracht wurde, war die Wehrmacht bereits in mehrere Länder einmarschiert, darunter Polen, die Benelux-Staaten und Frankreich. Im Herbst 1941 erfolgte der deutsche Angriff auf die Sowjetunion, und es begannen die systematischen Deportationen von Juden in die Ghettos und Lager des Ostens.10 

Wie schon die seit 1933 betriebene Ausgrenzung der Juden, war auch ihre Deportation ein durchaus öffentlicher Vorgang. Denn die zu Deportierenden mussten sich an bestimmten Plätzen sammeln und legten auf dem Weg dorthin oft längere Strecken zu Fuß zurück. Große Teile der deutschen Bevölkerung wurden somit zwangsläufig Zeugen des Geschehens. Das, meine Damen und Herren, galt auch für Oberwesel. Bereits im Juni 1933 wurden im Auftrag der NSDAP-Kreisleitung Listen zu arisierender Geschäfte erstellt.11 1933 lebten 44 Juden in Oberwesel, 1936 immerhin noch 40. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Inneneinrichtung der Synagoge und die Fenster jüdischer Häuser und Wohnungen zerstört. Mit der Deportation der letzten jüdischen Einwohner 1942 endete die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Oberwesel.12 

Die Geschichtswissenschaft hat sich gerade in den letzten Jahren wieder intensiver mit der Frage befasst, weshalb die Ausgrenzung und letztlich auch die Vernichtung der Juden so erschreckend reibungslos durchzuführen waren. Es gibt viele Erklärungen. Eine wichtige ist wohl die persönliche Bereicherung vieler christlicher Deutscher an den staatlich organisierten Arisierungen, zu denen auch der Verkauf des Hausrats exilierter oder deportierter jüdischer Deutscher gehörte13 – auch in Oberwesel.

Wichtig ist zudem der von den Nationalsozialisten zwar angefachte, aber schon vor 1933 vorhandene Antisemitismus. Mit Blick auf Oberwesel ist in diesem Zusammenhang die mittelalterliche Ritualmordlegende des „guten Werner von Oberwesel“14 zu erwähnen. Die christliche Verehrung des im Jahre 1287 angeblich von Juden ermordeten Oberweseler Jungen äußerte sich in zahlreichen Wallfahrten zur Wernerkapelle im benachbarten Bacharach, aber auch in der hier errichteten und Mitte des 17. Jahrhunderts jenem Jungen geweihten Wernerkapelle des Heilig-Geist-Spitals – die seit 2008 Mutter-Rosa-Kapelle heißt –, in dem hier von 1728 bis 1963 begangenen Wernertag sowie in der 1889 erfolgten Benennung einer Straße nach ihm: der Wernerstraße.15 Die Wernerlegende ist höchst problematisch, weil sie antisemitische Vorurteile über Jahrhunderte bestärkte und verstetigte.16 

Aus diesem Grund ist die Wernerstraße neben der Gedenktafel von 1941 der zweite historisch-räumliche Bezugspunkt der Skulptur von Victor Sanovec. Sein „Glück“ steht in geistigem und räumlichem Kontrast zu dem Unglück, welches die antisemitische Wernerlegende auf der einen und die Jahreszahl 1941 als Beginn der Judendeportationen auf der anderen Seite symbolisieren. 23 der Oberweseler Bürger jüdischen Glaubens wurden in der NS-Zeit ermordet. Seit 2006 erinnert ein durch Spenden finanziertes und unter Beteiligung von Victor Sanovec und seiner Frau Barbara Fuchs errichtetes Mahnmal am Schaarplatz an die letzten jüdischen Gemeindemitglieder dieser Stadt.17 

Wie die meisten deutschen Juden fühlten auch sie sich primär als Deutsche. Dies illustriert die Biografie von Dr. Alfred Gottschalk, der 1930 in Oberwesel geboren wurde, 1939 gemeinsam mit seiner Mutter in die USA emigrierte und dort 2009 verstarb. Große Teile seiner Verwandtschaft waren im Dritten Reich ermordet worden, und dennoch hat Gottschalk die Versöhnung mit dem Ort seiner Kindheit gesucht. Anlässlich der Denkmalseinweihung kam er 2006 nach Oberwesel. Sein Satz: „Ich bin ein Oberweseler Bub“18 veranschaulicht eine trotz allem Leid tiefe emotionale Verbundenheit mit diesem Ort, den seine Mutter und er seinerzeit nicht freiwillig verlassen hatten.19 

Victor Sanovec ist Künstler aus „Berufung“, wie er sagt20, und er ist ein engagierter und durchaus streitbarer Bürger. Einer größeren Öffentlichkeit wurde er in den Jahren 1996 bis 2001 bekannt durch die Gestaltung des EU-Landschaftsprojekts „Rheingarten“ hier in Oberwesel, wo er seit 1992 lebt und arbeitet. Dass Sanovec seine Skulptur nicht nur „Glück“ nannte, sondern ihr auch eine stählerne Materialität gab, aus der die fünf Buchstaben herausgeschnitten sind, zeigt die Bedeutung, die er dem Glück beimisst, aber nicht dem Glück als Seelenzustand, sondern dem politischen Glück im Sinne der dritten Strophe des Hoffmannschen Deutschlandliedes.

Genau an diesem Platz, wo in Sichtweite der Wernerstraße und mit Blick auf die Jahreszahl 1941 die dunklen Seiten der deutschen Geschichte aufscheinen, verweist Victor Sanovecs Skulptur auf den „Unterpfand“ des Glücks: auf Rechtsstaatlichkeit und Freiheit. Als notwendige Komponenten liberaler Demokratien schützen sie gerade auch religiöse Minderheiten. Dass dies dem Künstler so wichtig ist, hat auch mit Victor Sanovecs Familiengeschichte zu tun, d.h. mit Erfahrungen von Gefahr, Unrecht und Unfreiheit.

Geboren wurde Victor Sanovec 1943 in Olmütz.  Zu dieser Zeit lebten knapp 60.000 Bürger in der Stadt: Tschechen, Deutsche und Juden. Nach dem deutschen Einmarsch 1939 gehörte Olmütz zum Reichsprotektorat Böhmen und Mähren. Über 3.000 Juden wurden deportiert.21 Victor Sanovecs Mutter blieb verschont, weil sie vor ihrer Heirat zum Christentum konvertiert war. Trotzdem war es ein Leben in Angst – um sich und ihren 1943 geborenen Sohn Victor. Kurz vor Kriegsende wurde die Familie in der Nähe der polnischen Grenze versteckt und erlebte dort das Kriegsende und die Befreiung.22 
Was aber hieß Befreiung? Hieß sie Freiheit, gar Rechtssicherheit? Für die Deutschen in Böhmen und Mähren war das Kriegsende keine Befreiung, denn für sie begann, wenn sie nicht geflohen waren, die Vertreibung. Aber selbst für viele Juden begann keine Freiheit, wurden sie doch entweder als ‚Deutsche’ ebenfalls vertrieben oder aber tschechisiert. Mit bürokratischen Tricks verhinderten tschechische Behörden gar die Rückgabe jüdischen Eigentums an Überlebende des Holocaust. Und schließlich entpuppte sich das realsozialistische Regime schnell als Diktatur.23 ‚Befreit’ fühlten sich deshalb nur wenige Juden.

Victor Sanovec wollte keiner Diktatur dienen, und so verweigerte er 1962 den tschechischen Militärdienst, wofür er mit drei Jahren Lagerhaft bestraft wurde. Nach seiner Entlassung wurden ihm alle Bürgerrechte entzogen, und er durfte nicht studieren. So schlug er sich als Tagelöhner durch, aber begann parallel mit dem Zeichnen. 1968 floh er nach Deutschland und studierte von 1969 bis 1974 an der renommierten Städelschule in Frankfurt am Main.24 

Erst spät hat Victor Sanovec erfahren, dass seine Mutter Jüdin war. Nach dem jüdischen Gesetz25 ist auch er deshalb – trotz der Taufe seiner Mutter – Jude. Und so begann in Deutschland, dem selbstgewählten Exilland, in dem er zehn Jahre als Staatenloser lebte, bevor er Deutscher wurde, nicht nur seine künstlerische Laufbahn, sondern auch die Suche nach den eigenen Wurzeln. „Ich habe zwei Heimaten“, sagt Victor Sanovec heute: „die eine ist die Kunst, die andere das Judentum.“26 Wie sehr diese Selbstfindung von wichtigen Lebensereignissen geprägt wurde, verdeutlicht eine besondere Begebenheit: 1974 reiste Victor Sanovec erstmals nach Israel. In der Wüste sah er die Überbleibsel des erst im Vorjahr beendeten Jom-Kippur-Krieges (Oktober 1973): Es waren zerschossene Panzer der arabischen Staaten. Als er feststellte, dass es Panzer russischer Bauart waren, die er in Tschechien stets als übermächtig empfunden hatte, habe er, so sagt er, vor „Glück“ geweint.27

Hier schließt sich der Bogen zum „Glück“, das in Gestalt von Victor Sanovecs Skulptur an genau diesem geschichtsträchtigen Ort in Oberwesel steht und fortan zu vielfältigen Reflexionen anregen mag. Glück ist für Victor Sanovec zweierlei: Zum einen ist es das eingangs angesprochene „Streben nach Glück“ in dem Sinne, dass es trotz widriger Umstände immer auch auf einen selbst ankommt, sein Glück zu gestalten. Eine Opferrolle hat Victor Sanovec nie eingenommen. Zum anderen aber ist es das ‚politische Glück’ in Gestalt von Rechtssicherheit und Freiheit. Denn, so sagt er, das „Leben in einer freien Gesellschaft“ ist eine Grundvoraussetzung nicht nur für ein gedeihliches soziales Miteinander, sondern auchfür jede „künstlerische Arbeit“.28 

Und so kommen wir zum Ausgangspunkt meiner Einführung: zur dritten Strophe des hier in Oberwesel 1843 gesungenen Deutschlandliedes, dessen für Victor Sanovecs Glücksskulptur entscheidende Zeilen lauten: „Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand.“ 

Vielen Dank! 

Dr. Steffen Bruendel ist Historiker und Forschungsdirektor des Forschungszentrums Historische
Geisteswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Quellennachweise:

1Vgl. u. a. Bellebaum, Alfred: Glücksvorstellungen. Ein Rückgriff in die Geschichte der Soziologie. Opladen 1997; Bucher, Anton: Psychologie des Glücks. Ein Handbuch. Weinheim, Basel 2009; Graham, Carol: Happiness Around the World. The Paradox of Happy Peasants and Miserable Millionaires. Oxford 2009; Hirschhausen, Eckert von: Glück kommt selten allein… Reinbek bei Hamburg 2011.
2Eine Erklärung der Repräsentanten der Vereinigten Staaten von America, im General-Congress versammelt, in: Heinrich Millers Pennsylvanischer Staatsbote, 9.7.1776, URL: www.dhm.de/archiv/magazine/unabhaengig/staatsbot.htm (24.6.2017).
3Der Schriftsteller Walter Jens bemerkte dazu: „Deutschland, Deutschland über alles: Das kann, wie die Forschung längst bewiesen hat, nichts anderes heißen als: Deutschland ist mehr, ist größer, ist mächtiger als alles, sofern es seine politische Einheit gewinnt.“, in: Die Zeit, Nr. 39, 1986. Vgl. auch LeMO, www.dhm.de/lemo/biografie/biografie-august-heinrich-hoffmann-von-fallersleben.html (24.6.2017).
4Escher, Clemens: „Deutschland, Deutschland, Du mein Alles!“ Die Deutschen auf der Suche nach ihrer Nationalhymne 1949–1952. Paderborn 2017; Das Deutschlandlied – ein Lied mit Geschichte, in: NDR, 25.8.2016, URL: www.ndr.de/kultur/geschichte/chronologie/Das-Deutschlandlied-ein-Lied-mitGeschichte-,liedderdeutschen100.html (23.6.2017).
5Der Text der Tafel lautet: „In diesem Gasthof/der Zufluchtstätte der Romantiker, sang/Hoffmann von Fallersleben/am 17. August 1843/vor Winzern und Freunden sein/Deutschlandlied./Im Westen des Reiches erklang an dieser Stelle/zum ersten Mal das Lied der Deutschen./Am Tage der Jahrhundertfeier des Deutschlandliedes/26. August 1941“.
6Vgl. bspw. folgende Webseiten: www.rheintourist.de/staedte/oberwesel/oberwesel.php (23.6.2017); www.oberwesel.de/geschichte0/chronik/ (23.6.2017).
7Goldener Pfropfenzieher. Zur Geschichte eines legendären Hauses. Oberwesel o. J., S. 4; Webseite des Hotels Goldener Pfropfenzieher, URL: www. goldener-pfropfenzieher.com/tradition-geschichte (23.6.2017); Hoffmann von Fallersleben: Mein Leben. Aufzeichnungen und Erinnerungen, Bd. 4. Hannover 1868, S. 342.
8Hoffmann von Fallersleben: Mein Leben. Aufzeichnungen und Erinnerungen, Bd. 3. Hannover 1868, S. 222. Vgl. auch: Deutschlandlied – Premiere in Hamburg, in: Hamburger Abendblatt, 26.6.2002, URL: www.abendblatt.de/ratgeber/specials/article106963053/Deutschlandlied-Premiere-in-Hamburg.html (25.6.2017); Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland, in: Deutschlandfunk Kultur, 26.8.2016, URL: www.deutschlandfunkkultur.de/hoffmann-von-fallersleben-auf-helgoland-wie-die-deutsche.1001.de.html (23.6.2017).
9Goldener Pfropfenzieher (wie Anm. 7), S. 11; Prieberg, Fred K: Musik und Macht. Frankfurt/M. 1991, S. 222-225; Stadt Oberwesel, in: Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, hgg. vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Bd. 9: Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hunsrück-Kreises, Teil 2.2 II: Ehemaliger Kreis St. Goar. München, Berlin 1997, S. 915f.
10Vgl. Löw, Andrea (Bearb.): Deutsches Reich und Protektorat September 1939 – September 1941 (Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Bd. 3). Berlin 2012, S. 542; Kundrus, Birthe/Meyer, Beate (Hg.): Die Deportation der Juden aus Deutschland. Göttingen 2004, S. 54.
11Spormann, Doris/Wagner, Willi: Die Synagogengemeinden in St. Goar und Oberwesel im 19. und 20. Jahrhundert. Spuren landjüdischen Gemeindelebens am Mittelrhein, in: Sachor. Beiträge zur jüdischen Geschichte in Rheinland-Pfalz, Heft 3, 1992, S. 22-30.
12Oberwesel (Rhein-Hunsrück-Kreis), in: Alemannia Judaica. Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum, URL: www.alemannia-judaica.de/oberwesel_synagoge.htm (15.6.2017).
13Vgl. u. a. Aly, Götz: Hitlers Volksstaat: Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus. Frankfurt am Main 2005. Longerich, Peter: Davon haben wir nichts gewusst. Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933–1945. München 2006.
14Wolf, Daniela: Der „gute Werner von Oberwesel“. Ritualmordaffäre und Kultgenese. Bacharach o. J., S. 26-28; Schwarz, Anton Ph.: Oberwesel. Bilder aus der Geschichte einer kleinen Stadt am großen Strom. Koblenz 2004, S. 135-137, 142-145.
15Stadt Oberwesel (wie Anm. 9), S. 1004-1006; Stadt Oberwesel, in: Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, hgg. vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Bd. 9: Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hunsrück-Kreises, Teil 2.2 I: Ehemaliger Kreis St. Goar. München, Berlin 1997, S. 671-673; Stadt Bacharach, in: Rheinische Kunststätten, Heft 11, 3. neu bearb. Aufl., Neuss 1991, S. 16-18.
16Schwarz, Oberwesel (wie Anm. 14), S. 138147. Vgl. auch Rheinromantik und Judenpogrome, in: Deutschlandfunk, 11.10.2013, URL: www.deutschlandfunk.de/rheinromantik-und-judenpogrome.886.de.html (24.6.2017); Judenfeindschaft von der Antike bis zur Neuzeit, in: Dossier Antisemitismus der Bundeszentrale für politische Bildung, 23.11.2006, URL: www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37951/von-der-antike-bis-zur-neuzeit (25.3.2017).
17Oberwesel (Rhein-Hunsrück-Kreis) (wie Anm. 12), www.alemannia-judaica.de oberwesel_synagoge.htm (15.6.2017). Vgl. auch Schwarz, Oberwesel (wie Anm. 14), S. 146f.
18Victor Sanovec im Gespräch mit dem Verfasser am 1.6.2017.
19Im Herbst 2007 war Gottschalk eine von Victor Sanovec konzipierte Ausstellung in der ehemaligen Oberweseler Synagoge gewidmet, vgl. www.alemannia-judaica.de/oberwesel_synagoge.htm (15.6.2017).
20Victor Sanovec, in: Kunstportal Pfalz, URL: www.kunstportal-pfalz.de/32/pid,753/profil-sanovec-victor.html (26.6.2017).
21Gegen Ende der Habsburgerzeit lebten bei rd. 23.000 Einwohnern etwa gleich viele Tschechen und Deutsche in der Stadt, wobei die rund 1.000 Juden zu den Deutschen gezählt wurden, da sie meist Deutsch sprachen. In der tschechischen Zeit vergrößerte sich die Bevölkerungszahl – u. a. durch Eingemeindungen – auf knapp 60.000 und damit der Anteil der Juden auf knapp 4.000. Vgl. Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, URL: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/orte/olmuetz-olomouc/ (15.6.2017).
22Victor Sanovec im Gespräch mit dem Verfasser am 1.6.2017.
23Prinz, Friedrich (Hg.): Böhmen und Mähren (Deutsche Geschichte im Osten Europas). Berlin 1993, S. 409-416, 446, 455-473; Stanek, Tomas: Verfolgung 1945: die Stellung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien (außerhalb der Lager und Gefängnisse). Wien u. a. 2002; Frank, Chaim: Juden in der ehemaligen Tschechoslowakei, in: haGalil.com – Jüdisches Leben online, 1998, URL: www.hagalil.com/czech/juedische-geschichte/cssr-11.htm (14.6.2017).
24„Als Kind war ich Adventist“ Victor Sanovec wurde in Tschechien geboren und hat erst spät erfahren, dass er Jude ist, in: Jüdische Allgemeine, 20.3.2014, online: www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/18677 (24.6.2017). Vgl. auch Künstlergespräch mit Victor Sanovec, in Faust Kultur, URL: faustkultur.de/1805-0-Gespraech-mit-Victor-Sanovec.html (15.6.2017).
25Das Mutterprinzip, in: Jüdische Allgemeine, 3.5.2016, URL: www.juedische-allgemeine.de article/view/id/15829 (24.6.2017).
26„Als Kind war ich Adventist“ (wie Anm. 24), www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/18677 (24.6.2017).
27„Ich weinte vor Glück“, Victor Sanovec im Gespräch mit dem Verfasser am 1.6.2017.
28Victor Sanovec, in: Kunstportal Pfalz, Feb. 2007, URL: www.kunstportal-pfalz.de/32/pid,753/profil-sanovec-victor.html (12.6.2017).

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