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Günderrodehaus

„Ein Ort der Sehnsucht“ schwärmt die Sängerin Clarissa Lichtblau bei ihrer Begegnung mit ihrer Jugendliebe, dem Dirigenten Hermann Simon am 9. November 1989 in Berlin. Am Abend des Mauerfalls treffen sich die zwei von Karrierestress und Heimatlosigkeit geplagten Musiker in einem Westberliner Hotel. Sie waren einmal ein Liebespaar und hatten sich im erfolgsorientierten Jet-Leben 17 Jahre lang verloren. Angesteckt von der Aufbruchs-Euphorie der Deutschen und ihres Wiedervereinigungstaumels machen sie sich auf den Weg in den Hunsrück. Ein romantisches Fachwerkhaus hoch über dem Rheintal mit einem fantastischen Blick auf die Loreley hat es ihnen angetan und soll von nun an die Mitte ihres ruhelosen Lebens werden.

Das „Günderrodehaus“ wird somit zum Schnittpunkt der Geschichten des dritten Teils der erfolgreichen HEIMAT-Trilogie „Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende“ von Edgar Reitz - eine erzählerische Bilanz des Jahrhunderts in seinem letzten Jahrzehnt.

Das sechsteilige Filmepos beginnt mit den Turbulenzen des waghalsigen Hausbaus und  nimmt eine Reihe von Menschen in seinen Sog: Junge Bauhandwerker aus Leipzig und Dresden, Angehörige Clarissas aus Hamburg, Freunde aus Berlin oder München, sowie Hermanns Verwandte aus dem Hunsrück. Hinzu kommen amerikanische GI-Familien oder neu angesiedelte Rußlanddeutsche aus dem fernen Kasachstan. Wir begegnen vertrauten Figuren aus HEIMAT 1, aber auch neuen Charakteren, unter denen sich die vier jungen Bauhandwerker aus Ostdeutschland befinden, die für Clarissa und Hermann das historische Fachwerkhaus restaurieren.

Mit dem Aufbau der Filmkulisse beauftragte der Regisseur Edgar Reitz die Ars Ligni GmbH in Münchwald. Deren besonders geschulten Restauratoren haben das im Jahre 1780 erbaute Fachwerkhaus am ehemaligen Standort Seibersbach/Hunsrück vor einigen Jahren vorsichtig abgetragen und in mehrmonatiger Arbeit für die Dreharbeiten in Oberwesel wieder aufgebaut. Mit einer hochwertigen Fotodokumentation wurde diese einmalige Rekonstruktion Schritt für Schritt festgehalten. Gerade bei den völlig neuen Herausforderungen der Translozierung eines historischen Gebäudes als Filmkulisse konnten die Spezialisten auf ihre langjährige Erfahrung in der Denkmalpflege zurückgreifen und Außerordentliches leisten.