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Minoritenkloster

Bereits um 1242 gründete der Orden der Franziskaner in Oberwesel ein Kloster. Mit dem Bau einer eigenen Klosterkirche begannen die Bettelmönche um 1280. Diese Klosterkirche war eine der frühesten gotischen Kirchenbauten in Deutschland. Den Bedürfnissen eines Predigerordens entsprechend, wurde die Kirche als zweischiffige, asymmetrische gotische Hallenkirche gebaut mit weit vorragendem Chor und einem kürzeren Seitenschiff. Als Kirche des Bettelordens besaß sie kein Querhaus und als Zeichen der Demut keinen Kirchturm, sondern nur einen kleinen Dachreiter für eine Glocke.

Nach einer Reform des Franziskanerordens schloss sich der Konvent von Oberwesel 1517 der Richtung der Minoriten, der Minderbrüder an. Seitdem wird das ehemalige Franziskanerkloster in Oberwesel Minoritenkloster genannt.

In der Reformation verließen viele Mönche das Kloster. Fürstbischof Johann VI. von der Leyen hob es deshalb auf und richtete in den Gebäuden die kurfürstliche Kellerei (Vermögensverwaltung) für das Oberamt Oberwesel ein.

In der Zeit der Gegenreformation kamen die Minoriten 1621 wieder nach Oberwesel zurück. An ihre Lateinschule erinnert heute noch das Schulgässchen, jetzt Eingang in das Museum und das Kulturhaus.

Napoleon hob das Kloster 1802 auf und ließ den ganzen Besitz für 4000 Francs versteigern. Kirche und Klostergebäude fielen 1836 einem großen Stadtbrand zum Opfer. Danach zogen Leute, die kein Dach mehr über dem Kopf hatten, in die Ruinen ein.