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Pilotstudie zur Integrierten Wohnbestandsentwicklung in Oberwesel

Informieren Sie sich hier über das Leader-Projekt "Pilotstudie zur Integrierten Wohnbestandsentwicklung in Oberwesel".

 

Ergebnisse der 4. Bürgerversammlung

[4. Juni 2012]

Zum vierten Mal füllte das Projekt der Fachhochschule Mainz den Rathaussaal in Oberwesel. Prof. Michael Spies stellte Zwischenergebnisse des Master-Kurses „Integrierte Wohnbestandsentwicklung“ anhand ausgewählter innerstädtischer Baufelder im Quartier der Liebfrauenstraße vor.

Die Analyse aktueller Leerstände in der Stadt und die Auswertung verfügbarer Sozialdaten belegt die Einschätzung aus der 3. Bürgerversammlung im Januar 2012, daß Oberwesel in den kommenden 15 Jahren einen leicht steigenden Wohnungsbedarf aufweist. Diese Erkenntnis liegt neben einer prognostizierten geringen Zuwanderung insbesondere im Zuschnitt und der Qualität des vorhandenen Wohnungsbestands begründet: Dem Überangebot an veralteten Mehr-Raum-Wohnungen und Häusern mit 5 bis 6 Zimmern, die teilweise nur noch von einer Person bewohnt werden und denen der Leerstand droht, steht ein steigender Bedarf an gut ausgestatteten kleineren Konfortwohnungen von 2 bis max. 3 Zimmern für ältere Menschen, aber auch für Wohnansprüche junger Menschen gegenüber. Diese sollten in fußläufiger Entfernung von den Versorgungsangeboten durch Anpassung des Baubestands oder durch Neubau im Ortskern geschaffen werden. Die Notwendigkeit zur Anpassung, Stabilisierung, zum geordneten Rückbau und Weiterbau ist demnach Aufgabe der Oberweseler Kommunalentwicklung in den kommenden Jahren. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es der Studie zufolge erforderlich, innerörtlich geeignete Liegenschaften und Bautypologien ausfindig zu machen, die sich für diesen Stadtumbau gestaltverträglich eignen, um das Stadtbild qualitätvoll fortzuentwickeln. Leerstände werden in diesem Lichte betrachtet als Chance gesehen, unbefriedigende stadträumliche Verhältnisse aufzuräumen und die Quartiere zu entdichten. Dabei muss sich jede Abriss- oder Rückbauentscheidung an einem Gesamtkonzept, einem „Masterplan für den Stadtkern“, orientieren. Die Vorschläge hierzu, die Testentwürfe und Machbarkeitsstudien der Studierenden geben wertvolle Hinweise, die mitunter irritieren und Sehgewohnheiten widersprechen.

Dem aufdringlichen ersten Eindruck des Leerstands insbesondere in der Liebfrauenstraße, die mit vielen aufgegebenen Ladengeschäften und ungenutzten rückwärtigen Gewerbeflächen einen desolaten Anblick darbietet, steht gerade in diesem Quartier eine ganzen Reihe gründerzeitlich geprägter Immobilien oder Häuser aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gegenüber, die robust und anpassungsfähig sich für die Umrüstung zu komfortablen Wohnungen zeitgemäßen Zuschnitts für junge und ältere Menschen eignen. Der mögliche Rückbau früherer Gewerbeflächen im Inneren der Baukarrées und deren Umgestaltung zu privaten Wohnhöfen und kombinierten Wohnformen eröffnet ein attraktives und zukunftsfähiges Bau- und Sanierungsprogramm mit geringerer Dichte und hoher Wohn- und Lebensqualität, die die Neubaugebiete mit ihren standardisierten Einfamlienhäusern in den Ortsrandlagen nicht aufweisen. Die Zukunft von Oberwesel liegt unbestreitbar im Ortskern.

Das Projekt widmet sich im Fortgang der zweiten Jahreshälfte 2012 weiterhin der Stadtbildanalyse durch systematische Bauaufnahmen von Straßenzügen und der Bearbeitung von Einzelfallstudien jener Häuser, die die Oberweseler Bürger zur Verfügung gestellt haben. Die Energieberatung durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wird nach drei erfolgreichen Beratungsterminen fortgesetzt. Auf die Bauaufnahmen an der Rheinstraße und in der Münzgasse im Juni folgen im August ein Einsatz im Minoritenkloster und die fortgesetzte Untersuchung des Liebfrauenquartiers, in dem besondere Potentiale für Pilotprojekte schlummern: Oberwesel kann den Nachweis erbringen, daß hochwertiges Wohnen für alle Generationen innerhalb seiner Mauern möglich ist.

Die 5. Bürgerversammlung ist für Montag, den 24. September geplant. Ende des Jahres wird die Hochschule die anstehenden Aufgaben wieder in die Zuständigkeit der Stadt und in die Hände professioneller Planer legen, die für die Umsetzung der entwickelten Ziele sorgen sollen. Eine Publikation der Ergebnisse ist für Frühjahr 2013 vorgesehen.

Prof. Emil Hädler

 

3. Bürgerversammlung zeigte Fortschritte der Pilotstudie Integrierte Wohnbestandsentwicklung auf

[12. Januar 2012]

Unter großem Besucherinteresse fand am 12. Januar 2012 die  3. Bürgerversammlung der Pilotstudie zur integrierten Wohnbestandsentwicklung im Rathaus Oberwesel statt.

Professor Emil Hädler und Professor Michael Spies präsentierten die Zwischenergebnisse der Bachelor- und Masterstudierenden der FH Mainz. Nach einer Einführung in die Problemstellung der Studie durch Spies konnten die 12 Masterstudenten mit interessanten Ergebnissen aus ihrer sozial- und stadträumlichen Analyse aufwarten. Diese Erkenntnisse dienen als Grundlage für die weitere Bearbeitung der Studie mit dem Ziel der Stärkung Oberwesels als zukunftsfähiger Wohnstandort.

Erfreut zeigten sich Stadtbürgermeister Jürgen Port und die Bürger über das insgesamt zukunftsfähige Potential der Stadt, dass Ihnen die Studierenden bescheinigten. Dem allerdings stehen einige strukturelle Probleme gegenüber, die in der Planungsstudie behandelt werden sollen.

Der demographische Wandel entwickelt sich entsprechend der Trends des gesamten Bundesgebiets, weist in der Stadt Oberwesel eine etwas stärkere Überalterung bei gleichzeitig weniger Geburten und einzuschulenden Kindern auf. Trotz dieses leichten Bevölkerungsrückgangs kann ein langsam steigender Wohnungsbedarf bis 2030 prognostiziert werden. Die Infrastruktur ist ausreichend und gut über die Stadt verteilt, auf eine gezielte Verteilung der Nahversorgung auf die einzelnen Nachbarschaftsquartiere ist jedoch zukünftig zu achten. Eine optimierte Versorgung mit innerstädtischen Grün- und Freiflächen als Spiel- und Kommunikationsmöglichkeit und die bessere Vernetzung mit den Grünflächen am Rheinufer werden empfohlen.

Neben der Anpassung der Wohnungsbaubestände nach funktionalen, barrierearmen und energetischen Gesichtspunkten können Bestände und zu aktivierende Leerstände als “wachsende Grundrisse“ zum Generationenwohnen genutzt werden werden. Angesichts der Alterstruktur Oberwesels soll dem Wohnen für Ältere in der Entwicklungsplanung besonders Rechung getragen werden. Das Wohnenbleiben im angestammten Wohnumfeld und im gewachsenen nachbarlichen Umfeld wird mithilfe von geeigneten Pflege- und Dienstleistungsangeboten im Vordergrund stehen. In den weiteren Planungen werden die Masterstudierenden nachbarschaftliche Wohnmodelle entwickeln, die im Quartierszusammenhang die Tradition der Oberweseler Nachbarschaften weiterführen und das Angebot für junge Menschen und Familien  verbessern sollen.

Alle Planungsziele sehen die Entwicklung Oberwesels zum lebendigen und zukunftsfähigen Wohnstandort immer im Zusammenhang mit der Erhaltung und Stärkung der historischen städtebaulichen Struktur.

Spies betonte noch einmal, wie wichtig die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger ist, die mit Ihren eigenen Erfahrungen die Studien bereichern. In Kürze beginnen die Master-Studierenden mit der  soziologischen Wohnstilforschung, die mit Interviews im März 2012 eingeleitet wird. Die Bürger sind herzlich eingeladen, sich an der Befragung zu beteiligen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Daniela Wagner.

Die Bestandserfassung und Aufmaße, die man vor Ort bisher wohl am meisten wahrgenommen hat, werden im Frühling durch eine energetische Beratung durch die Verbraucherzentrale RLP ergänzt, an dem alle Eigentümer teilnehmen können, die ein Untersuchungsobjekt zur Verfügung gestellt haben. In dem Seminar zur Stadtbildanalyse werden Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für das Stadtbild auf Grundlage der vom ai-mainz und Studierenden des Bachelorstudiengangs erstellten Fassadenabwicklungen ausgewählter Straßenzüge analysiert und durch Farbkonzepte nach dem „Leitfaden Farbkultur“ – dessen Herausgeber die gleichnamige Initiative des Ministeriums ist – flankiert. Es werden Gestaltungsvorschläge entwickelt und eine Reparatur des Stadtbildes angestrebt.

Der demographische Wandel entwickelt sich entsprechend der Trends des gesamten Bundesgebiets, weist in der Stadt Oberwesel jedoch eine etwas stärkere Überalterung auf.

1. Vortrag

Hier kann der erste Vortrag zur 3. Bürgerversammlung am 12. Januar 2012 angesehen und heruntergeladen werden.

2. Vortrag

Hier kann der zweite Vortrag zur 3. Bürgerversammlung am 12. Januar 2012 angesehen und heruntergeladen werden.

 

 

Ergebnisse der 2. Bürgerversammlung

[8. August 2011]

Im Rahmen des Leader-Projekts „Pilotstudie zur Wohnbestandsentwicklung im Weltkulturerbe der UNESCO Oberes Mittelrheintal am Beispiel Oberwesel“  der Fachhochschule Mainz fand in Oberwesel am 8. August 2011 die zweite Bürgerversammlung im gut besuchten Rathaussaal statt. Sie markierte den Auftakt für die nächste Phase des Projekts im Rahmen des Mainzer Masterstudiengangs Architektur, die im Oktober 2011 starten wird und bis Ende 2012 andauert.

Bürgermeister Jürgen Port gab in seiner Einleitung der Erwartung Ausdruck, dass nach der Eröffnung der Ausstellung STADT-LAND-FLUSS der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger Deutschlands in der Liebfrauenstraße Mitte Juli weitere öffentliche Aktivitäten die leer stehenden Ladenschaufenster in Oberwesel beleben werden. Dies bestätigte Prof. Emil Hädler, der die erste Phase des Projekts in der Bestandserhebung verantwortet und leitet.
Seit der 1. Quartalsversammlung am 6. April haben Studierende intensiv an der Bestandsaufnahme von Leerstandsobjekten bzw. wenig genutzten Wohnhäusern gearbeitet. Erste Ergebnisse wurden Ende Juli abgegeben. Sie sollen im Herbst Gegenstand einer Folgeausstellung in Oberwesel werden, um weitere Eigentümer zur Mitwirkung an diesem ambitionierten Projekt zu begeistern. Mit Beginn des Wintersemesters sollen von einer neuen Gruppe Studierender Häuser unter die Lupe genommen werden, die bisher nicht ins Programm aufgenommen waren.

Prof. Hädler stellte in seinem „Werkstattbericht“ Zwischenergebnisse vor, erste Aufnahmen von Straßenzügen, Anfänge der Archivrecherche sowie ein Baualterskatasters, das die Stadt in ihren Bauphasen farbig darstellt und darauf verweist, dass der wesentliche Bestand von Wohnhäusern nicht mittelalterlichen Ursprungs ist, sondern aus dem Ende des 19. und dem beginnenden 20. Jahrhunderts stammt. Diese Bestandsaufnahme soll im Herbst unter der Regie von Prof. Dr. Regina Stephan vertieft werden, um denjenigen Wohn- und Haustypen auf die Spur zu kommen, die tatsächlich Oberwesel prägen und das „Material“ für eine zukunftsorientierte Entwicklung bilden. In Kontext dieser Untersuchung zur Geschichte des Wohnens sollen Bereiche im Stadtgebiet identifiziert werden, die noch Potentiale für bauliche Neuentwicklung aufweisen bzw. Anlass für Rückbauten und Abbrüche bieten.

Prof. Michael Spies stellte das Programm des Jahresprojekts 2011/12 im Masterstudiengang WOHNEN vor, dessen Studierende nicht im Maßstab einzelner Liegenschaften, sondern im großräumlichen Umgriff der Nachbarschaften die Perspektiven einer möglichen Wohnbestandsentwicklung im Innenbereich aufzeigen. Den organisierten Oberweseler Nachbarschaften kommt dabei als Partner besondere Bedeutung zu. Kontakte zu den Nachbarschaftsmeistern sollen folgen.
Es wurden die Planungsziele und –inhalte vorgestellt, die den Fokus auf den demographischen und sozialen Wandel legen. Veränderte Familienkonstellationen und der Wegzug junger Leute ändern das Wohnverhalten und die Ansprüchen an das Wohnen. Entwicklungen zu immer mehr Ein-Personen-Haushalten und veränderte Mobilitätsbedürfnisse verlangen nicht nur in Oberwesel Lösungen, die jenseits der tradierten Zellen von „Haus und Hof“ Modelle für das Wohnen der Zukunft in kleinstädtischen Nachbarschaften entwickeln.
Das Ziel ist die Entwicklung neuer Leitbilder des Zusammenlebens für das Wohnen im Alter, für selbstständiges und selbst organisiertes Wohnen unterschiedlicher Altersgruppen und für attraktive Wohnangebote an junge Familien, um der Absicht des Landesentwicklungsplan zu entsprechen, demzufolge der Innenentwicklung der Städte Vorrang vor weiterer Zersiedlung in den Außenbereichen einzuräumen ist.

Die dritte Bürgerversammlung im November 2011 soll bereits Zwischenergebnisse dokumentieren in Verbindung mit einer neuen Ausstellung in den leer stehenden Ladenschaufenstern.

Vortrag

Hier kann der gesamte Vortrag zur 2. Bürgerversammlung am 8. August 2011 angesehen und heruntergeladen werden.

 

 

Innenstadt von Oberwesel wird zum „Ausstellungsraum“

Innenstadt von Oberwesel wird zum „Ausstellungsraum“

[19. Juli 2011] „Stadt Land Fluss“ zeigt Beispiele städtebaulicher Denkmalpflege

Städtebauliche Denkmalpflege ist eine Aufgabe und objektübergreifende Tätigkeit der staatlichen Denkmalfachbehörden nach Vorgabe der Denkmalschutzgesetze der Länder sowie einiger Bundesrahmengesetze. Sie arbeitet mit einem räumlichen Substanzbegriff, etwa bezogen auf den Stadtgrundriss und beteiligt sich so frühzeitig wie möglich am denkmalrechtlichen Entscheidungsprozess. Genau in diese Schiene passt das Leader-Projekt „Pilotstudie zur Wohnbestandsentwicklung im Weltkulturerbe der UNESCO Oberes Mittelrheintal am Beispiel Oberwesel“.

Gemeinsam mit drei Fachbereichen der Fachhochschule Mainz unter Leitung von Herrn Prof. Hädler werden derzeit pilothaft leerstehende Gebäude vermessen, kartiert, eingeordnet und im Rahmen von Studentenarbeiten Vorschläge unterbreitet, wie Eigentümer ihre „Leerstände“ wieder mit Leben füllen können. Die Pilothaftigkeit der Maßnahme liegt darin, dass am Beispiel Oberwesel die unterschiedlichen Möglichkeiten der Behebung von Leerständen getestet, begutachtet, gewertet und gewichtet werden. Am Ende könnte sozusagen eine Rangfolge für ein optimales Wohnstandsmanagement stehen. Wie sieht also die beste Methode aus, mit der Wohngebäude wieder einer sinnvollen für die Stadt lebensnotwendigen Nutzung zugeführt werden können?

Der Vorsitzende der lokalen Aktionsgruppe Welterbe Oberes Mittelrheintal Thomas Bungert: „Im Rahmen dieses   Projekts bot es sich für die Studenten der FH Mainz an, die Wanderausstellung der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VdL) auch nach Oberwesel zu holen.“
Sie zeigt die Historie städtebaulicher Entwicklungen in der gesamten Bundesrepublik auf. Unter anderem mit Titeln wie „Die Anfänge um 1900“, „Zwischen Romantik und Moderne“, „Aufbruch aus Ruinen“ und die „Unwirtlichkeit der Städte“, werden die Bemühungen um und die Arbeit der Denkmalpflege von 1900 bis heute beleuchtet und aufgezeigt wie wichtig finanzielle Unterstützungen dabei sind.

So konnte am vergangenen Dienstag, Stadtbürgermeister Jürgen Port zahlreiche Gäste und hochkarätige Fachleute rund um das Thema Denkmalpflege, Städtebauförderung begrüßen, darunter den Abteilungsleiter der Städtebauförderung im Innenministerium, Dr. Greuloch, Herrn Dr. Glatz von der GDKE und die Vorsitzende der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Annette Müller sowie Frau Knabe von der SGD Nord in Koblenz.
Prof. Hädler, Dr. Glatz und Dr. Greuloch führten eindrucksvoll in die Thematik ein und hoben allesamt, die besondere Bedeutung der Pilotfunktion des Oberweseler Leader-Projektes hervor.

Stadtbürgermeister Jürgen Port zollte den Gästen zum Abschluss seines Grußwortes großes Lob:“ Ich danke ganz herzlich für die großartige bisherige Unterstützung und hoffe, dass das Leader-Pilot-Projekt wichtige Erkenntnisse für andere Welterbestädte im Oberen Mittelrheintal, aber auch für andere Städte in ganz Deutschland haben wird.“
Damit dürfte der Stadtbürgermeister nicht zu hoch gegriffen haben. Denn Prof. Hädler untermalte bei der Vernissage die bereits jetzt große Nachfrage europäischer Fachhochschulen und Universitäten am Projektergebnis.
Die Idee, die Ausstellung quasi in die Oberweseler Leerstände als „Schaufensterausstellung“ zu bringen bezeichnete Prof. Hädler als grandios. Besser kann man auf die Problematik nicht aufmerksam machen.
Einen Teil der Ausstellung kann man auch im Foyer / Bürgerbüro der Verbandsgemeinde St.Goar-Oberwesel, in Oberwesel, zu den üblichen Öffnungszeiten sehen.

Der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe Welterbe Oberes Mittelrheintal weist daraufhin, dass man im örtlichen Buchhandel, bei Schreibwaren Hermann, Liebfrauenstraße 31, die interessante Begleitbroschüre für nur 5,- € erwerben kann. Vorbestellungen unter: 0 67 44 - 94 390.

 

 

Bauaufnahme und Stadtbildanalyse in Oberwesel

[30. Mai - 4. Juni 2011]

Im Rahmen der „Pilotstudie Wohnbestandsentwicklung Oberwesel“, die die Fachhochschule Mainz in Kooperation mit der Stadt Oberwesel 2011/12 durchführt fand vom 30. Mai bis zum 4. Juni die erste von mehreren Kampagnen einer Stadtbildanalyse statt, die vom 8. bis 13. August fortgeführt wird.

Ziel dieser Bauaufnahme an Fassaden und in Kellern der Kirchstraße, Holzgasse, Rosengasse und Schönauergasse war die maßliche Aufnahme des Baubestands in seiner heutigen Form und dessen Wiedergabe in den Maßstäben M=1:100 und M=1:200 als Grundlage für eine Gestaltanalyse dieser Stadtteile. Diese scheinbaren „Rückseiten“ der Stadt entziehen sich dem ersten Eindruck des Besuchers von Oberwesel zunächst, gleichwohl sind sie aber ein wesentlicher Bestandteil des historischen Stadtkerns.

20 Studierende skizzierten, zeichneten und vermaßen Fassaden, die teilweise bis ins 17. Jahrhundert, in ihren Kellern noch weiter zurück reichen. An der Ecke Kirchstraße/Holzgasse wurde ein Abgang in den Untergrund untersucht, der vermutlich Teil eines jüdisches Ritualbades (Mikwe) ist. Zum Teil handelt es sich bei den Häusern aber auch um Baubestand der letzten Jahrzehnte, der sich nicht immer harmonisch ins Stadtbild einfügt – mit einigen bemerkenswerten Ausnahmen gelungener zeitgenössischer Wohnhausarchitektur. Häufig wurden ältere Häuser durch Neubauten ersetzt. Im Zusammenhang dargestellt zeigt sich auf diese Weise, welche Gestaltzusammenhänge und welche Lücken die Wohnbebauung auf diesen scheinbaren “Rückseiten“ der Stadt, die früher – wie die Kirchstraße – Hauptstraßen waren, heute aufweist. Abgesehen von schmerzlichen Verlusten an Bausubstanz, die z. T.  durch eher anonyme Zweckbauten ersetzt wurde war das erstes Ergebnis einer Haus für Haus durchgeführten Baualterskartierung die Erkenntnis, dass das „mittelalterliche“ Oberwesel zu einem ganz wesentlichen Teil aus durchaus wohlgestalteter Alltagsarchitektur der späten Gründerzeit des 19.  und des beginnenden 20. Jahrhunderts besteht. Die teilweise explizit herbeigeführte rheinromantische Gestaltprägung der Zeit um die letzte Jahrhundertwende ist damit für die Gesamtstadt durchaus prägender, als das Bild der „Stadt der Türme und des Weins“. Dieser Spur werden die nachfolgenden Bauaufnahme-Kampagnen weiter folgen, die auch 2012 und in den folgenden Jahren fortgesetzt werden. Die Fachhochschule Mainz sucht weiterhin Hauseigentümer, die in den genannten Straßenzügen sowie in der Unterstraße den Studierenden Zutritt zu Kellern gewährt.

Ein erstes Zwischenergebnis wird bei der 2. Bürgerversammlung des Projekts am 8. August im Ratssaal in Oberwesel vorgestellt.

Vortrag

Hier kann der gesamte Vortrag der 1. Bürgerversammlung am 6. April 2011 mit Darstellung der Bauaufnahme angesehen und heruntergeladen werden.

 

 

Hauseigentümer in Oberwesel gefragt!

Wer möchte sich am Projekt mit der FH Mainz beteiligen?

Die Fachhochschule Mainz beabsichtigt in Partnerschaft mit der Stadt Oberwesel eine Potentialanalyse leerstehender oder vom Leerstand bedrohter Immobilien durchzuführen. Für diese Untersuchung werden Studierende der Fachrichtung Architektur eingesetzt, die als zukünftige Architekten den Umgang mit Bestandsgebäuden erlernen sollen. Das Programm ist auf ein Jahr angelegt.
Die Studierenden sollen unter Anleitung Bestandserfassungen durchführen, Plandokumente erstellen, Baukonstruktionen verstehen und beschreiben, Gebäudetypen analysieren und die Statik und das Tragwerk von Altbauten untersuchen. In einer systematischen Dokumentation sollen sie Liegenschaften erfassen, bewerten und auf ihre zukünftigen Möglichkeiten hin überprüfen. Dazu ist es erforderlich, dass die Studierenden auf Anmeldung ungehinderten Zugang zu den Gebäuden erhalten, sich dort frei bewegen können und fotografieren, zeichnen und beschreiben können.

Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung und die Bereitstellung Ihrer Immobilie zu Studienzwecken.

Wichtiger Hinweis: es werden nicht nur leerstehende Immobilien gesucht. Es besteht ebenso die Möglichkeit, bewohnte und nicht von Leerstand bedrohte Häuser analysieren zu lassen

Was habe Sie als Hausbesitzer davon, wenn Sie sich am Leerstandsprojekt der FH-Mainz beteiligen?
Sie erhalten …

1.    einen vollständigen Plansatz Ihres Hauses, den Sie bei Umbau und Modernisierung, Verkauf oder jeder Form von bauaufsichtlich relevanten Belangen verwenden können

2.    eine Fotodokumentation aller Räume, die systematisch das Haus im jetzigen Zustand dokumentiert

3.    eine Baubeschreibung mit Analyse der Baukonstruktion und eine Flächenermittlung nach DIN 277, die sich für Bauanträge eignet
 
4.    eine Untersuchung der zurückliegenden Umbauten und Modernisierungen, die Ihr Haus hinter sich hat

5.    eine Analyse und Bewertung zur Leistungsfähigkeit des Gebäudetyps und seiner Erschließung

6.    eine Untersuchung des statisch-konstruktiven Gefüges und des Tragwerks Ihres Hauses

7.    eine Untersuchung der Haustechnik (Heizung, Sanitär- und Elektroinstallation)

8.    eine Aussage zur Energieeffizienz und den Möglichkeiten der energetischen Ertüchtigung Ihrer  Immobilie

9.    eine Bewertung der baurechtlichen Situation des Anwesens und seiner Potentiale durch Bereinigung und Optimierung der Liegenschaft

10.    einen architektonischen Testentwurf mit einer angenommenen oder realen Nutzungsperspektive, die Sie bei Interesse ins Verfahren einbringen können.

Die Projektarbeit wird Ihnen in Form eines gebundenen Buches im Format DIN A4 übergeben und enthält eine CD-Rom mit allen Daten des Projekts in digitaler Form zur Ihrer weiteren freien Verfügung.
Sie gehen keine Verpflichtungen finanzieller oder rechtlicher Art ein außer der, den Studierenden jederzeit freien Zugang zu Ihrem Grundstück und Ihrem Anwesen zu ermöglichen.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Imke Senst, Stadtmanagement Oberwesel, Rathausstraße 6, Tel: 0 67 44 – 911 25 (Mo/Di, 14-17 Uhr, Mi/Do, 9-12 Uhr), E-Mail.

Jürgen Port, Stadtbürgermeister
Prof. Dipl.-Ing. Emil Hädler, FH Mainz

Rathausstraße 3
55430 Oberwesel
Fon: +49 (0) 67 44 - 710 626
Fax: +49 (0) 67 44 - 15 40
l.hoeveroberwesel.de
www.oberwesel.de
Bürozeiten: Mo-Do 9-12 Uhr

<p><br>Dieses Leader-Projekt der Lokalen Aktionsgruppe Welt-<br>erbe Oberes Mittelrheintal wurde gefördert durch den Europäischen Landwirtschafts-<br>fonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER).</p><p><br>Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete im Rahmen <br>des rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms „Agrar-<br>wirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung“ (PAUL).</p><p><br>Ministerium für Umwelt, Land-<br>wirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten</p>

IHK-Journal Oktober 2012

Vortrag 1. Bürgerversammlung

Vortrag 2. Bürgerversammlung

Vorträge 3. Bürgerversammlung