Wappen Oberwesel | © Stadt Oberwesel

Ein ungewöhnliches Jahr 2020 geht zu Ende

2021 wartet mit neuen Herausforderungen

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,


Anfang des neuen Jahres würde normalerweise der traditionelle Neujahrsempfang der Stadt Oberwesel stattfinden, zudem alle Bürgerinnen und Bürger immer herzlich eingeladen sind. Aber was ist bzw. war in diesem Jahr schon normal? Und wie wird das kommende Jahr 2021? Leider muss auf Grund der Corona-Pandemie auf den Neujahrsempfang verzichtet werden und so möchte ich an dieser Stelle auf einige Dinge eingehen.


Konnten wir zu Beginn des Jahres 2020 die närrische fünfte Jahreszeit noch wie gewohnt feiern, wurde das ganze Land alsbald in den „Corona-Lockdown“ versetzt. Den Begriff Corona-Virus hatten wir zwar schon gehört, aber vermeintlich ganz weit weg von uns. In nur kürzester Zeit hatte sich die Pandemie nahezu weltweit verbreitet. Im Vergleich zu vielen anderen Staaten dieser Erde, auch in unserem unmittelbaren europäischen Umfeld, sind wir bislang noch relativ gut durch die Krise gekommen. Die Redewendung „Hauptsache gesund“ bekommt urplötzlich eine noch viel wichtigere Bedeutung, als sie ohnehin schon hat.
Viele, eigentlich selbstverständliche Dinge sind in Oberwesel der Corona-Pandemie sprichwörtlich zum Opfer gefallen und hat unsere Unternehmen teilweise vor große Herausforderungen gestellt. Publikumsträchtige Großveranstaltungen wie das Spectaculum, Rhein in Flammen und der Weinmarkt mussten ausfallen. Selbst der Besuch bei Freunden und Familie war und ist plötzlich nicht mehr selbstverständlich. Abstand halten lautet das Gebot in dieser Zeit und dennoch hat uns im abgelaufenen Jahr viel bewegt.


Ohne die gesamte Entwicklung nochmals aufgreifen zu wollen, war sicherlich die Schließung des stationären Klinikbetriebs der Loreley-Kliniken − nach mehrhundertjähriger Krankenhau-stradition − zum Ende September 2020 ein schmerzlicher Einschnitt. Gleichzeitig befinden wir uns mit dem entwickelten Zukunftsmodell auf einem guten Weg und sind froh, dass wir eine Tagesklinik für konservative Orthopädie am Standort Oberwesel zum 1. Oktober 2020 öffnen konnten. Die vor uns liegende Zeit möchten wir nutzen, das medizinische Angebot weiterzuentwickeln und starke Partner für die Krankenhaus GmbH St. Goar-Oberwesel zu finden.


Neben dem alles überragenden Thema Krankenhaus haben wir es dennoch geschafft, einige Projekte anzugehen, fortzuentwickeln und abzuschließen. In Dellhofen beispielsweise hat die Umgestaltung des ehemaligen Sportplatzes zu einem multifunktionalen Freiraum mit Grillstelle Gestalt angenommen und die Maßnahme soll im Frühjahr 2021 abgeschlossen werden. Auch der Schenkungsvertrag für das Grundstück rund um den Kirchturm konnte mit der Kath. Kirchengemeinde geschlossen und die Planungen für einen Begegnungsraum sowie die Platzgestaltung vorangetrieben und fristgerecht die Fördermittel des Dorferneuerungs¬programms beantragt werden.


In Langscheid wurde das Feuerwehrgerätehaus erweitert und befindet sich derzeit im Ausbau. Zudem sind die notwendigen Beschlüsse für den Bebauungsplan „Hinter dem Graben“ gefasst worden. Er befindet sich derzeit im Aufstellungsverfahren. Ohne die einzelnen Verfahrensschritte vorauszusehen, könnte der Bebauungsplan im Frühjahr final beschlossen und die Erschließungsarbeiten begonnen werden.


In der Kernstadt konnten wir den Ausbau der Straße „Im Kloster“ abschließen. Trotz schwieriger Bedingungen sind die Arbeiten planmäßig durchgeführt worden und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Das historische Ensemble „Im Kloster“ hat durch die Maßnahme eine deutliche Aufwertung erfahren. Auch die Planungen zum Ausbau eines Teilstücks des Bürgersteigs in der Mainzer Straße samt Erneuerung der gesamten Straßenbeleuchtung und Breitbandausbau sind zum Abschluss gebracht und die Maßnahmen ausgeschrieben worden. Der Beginn der Arbeiten ist für das Frühjahr 2021 anvisiert. In Höhe des Schlossfeldes wurde ein Buswartehäuschen errichtet, die Discounter Aldi, Tedi und Kik im Tuchscheren eröffnet und das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept für das Stadtsanierungsprogramm unter Beteiligung der Bürger erstellt. Zudem wurde das BuGa-Motto „Oberwesel extrem“ durch den BuGa-Arbeitskreis entwickelt und vom Stadtrat beschlossen.


Zur Verwirklichung eines kommunalen Mehrzweckgebäudes wird das Kath. Jugendheim in den Fokus genommen. Ein solches Gebäude ist für die Kernstadt, insbesondere für die ehrenamtlich tätigen Vereine, immens wichtig.
Ein Infoterminal wurde vor dem Stadthaus installiert. Es beantwortet unseren Gästen auch außerhalb der Öffnungszeiten der Tourist-Information per Touchscreen wichtige Fragen über unsere schöne Stadt und bietet Orientierung.


Am 18. April 2020 verstarb unser Ehrenbürger Anton Heinrich Hütte im Alter von 88 Jahren. Seine Persönlichkeit fehlt uns. Wir werden dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren und das großartige soziale und kulturelle Engagement zum Ansporn nehmen, das Vermächtnis im Sinne des Verstorbenen fortzuführen.


Einen Ausblick auf das Jahr 2021 zu geben, ist sicherlich an dieser Stelle nicht ganz leicht. Keiner kann sagen, wie sich die Corona-Lage entwickeln und wie die Impfung der Bevölkerung anlaufen wird.


Als Stadt haben wir neben dem zuvor Beschriebenen noch ein paar Projekte auf der Agenda, die ich nur umreißen möchte, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben:
Sobald die Deutsche Bahn mit dem Land Rheinland-Pfalz die entsprechende Rahmenvereinbarung geschlossen hat, gilt es die weiteren Schritte für die Modernisierung und barrierefreie Erschließung der Bahnsteige einzuleiten. Leider wird die Umsetzung noch einige Jahre dauern. Bereits dieses Jahr haben wir uns für eine Förderung im Rahmen der Bike+Ride-Initiative der Deutschen Bahn und des Bundesumweltministeriums registriert. Die in die Jahre gekommene Radabstellanlage soll mit Blick auf den Mobilitätstrend, verstärkt Rad und E-Bike zu fahren, erneuert und aufgewertet werden.
Mit Familie Bolland befinden wir uns weiterhin im Gespräch, damit der Hotelneubau am Günderodehaus verwirklicht werden kann. Auch soll es mit der Erschließung des Neubaugebietes „Wohnpark Schlossfeld“ weitergehen, um das ganze Potenzial ausschöpfen zu können. Zudem befinden wir uns in Gesprächen zur Verwirklichung eines modernen Wohnbauprojektes in der Liebfrauenstraße. Des Weiteren müssen einige Sanierungs-maßnahmen betreffend den Weg in der Niederbach, Brücken in der Weiler-Boppard, Busbahnhof und Fenster im Stadthaus vorgenommen werden.
In Höhe der Einfahrt Tuchscheren soll mittels einer Ampelanlage endlich eine sichere Querung über die B9 geschaffen und als größere Maßnahme die Kreisstraße 92 bis zum Stadtausgang (Heumarkt) ausgebaut werden.
Der Kindergarten „Pusteblume“ wird eine neue Küche erhalten, um für die Zukunft und das neue KiTa-Gesetz gut aufgestellt zu sein. Daneben wird die Heizungsanlage erneuert. Mit „Zukunftswald Oberwesel“, entwickelt von Revierförster Timo Hans, haben wir ein Konzept beschlossen, wie unser Wald nachhaltig bewirtschaftet werden soll und auch die Jagdwirtschaft bindet.
Das Projekt „Oelsberg-Wein-Kunstpfad“ der Tourist-Information mit den Jungwinzern nimmt Fahrt auf: Michael Apitz hat entsprechend der Aufstellorte die abwechslungsreichen und spannenden Aussichten im Weinberg, ins Rheintal und auf die Stadt künstlerisch festgehalten. RZ-Redakteur Volker Boch hat auf dieser Grundlage die Texte verfasst. Im neuen Jahr stehen Produktion und Installation der Stelen an.
Ein Audioguide soll zukünftig die touristischen Gäste auf Entdeckungstour geleiten, um Erlebniswert und Verweildauer zu steigern. Der Stadtmauerrundweg-Flyer und die Beschilderung vor Ort werden entsprechend angepasst und erneuert.
Ein Imagefilm zur Stadt Oberwesel soll 2021 in Produktion gehen, um mit unserem einzigartigen historischen Stadtbild mit Stadtmauer, Türmen, Kirchen und Schönburg eingebettet in das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal zu werben.


Last but not least: Endlich ist sie da! Die illustrierte Chronik von Oberwesel, erarbeitet von Werner Klockner. In dem Werk sind Fotos zu sehen, die die Öffentlichkeit bisher noch nicht zu sehen bekam und die der Autor in akribischer Arbeit zusammengetragen hat. Redigiert wurde das Buch von Dieter Metzger. Für die zeitaufwendige und ehrenamtliche Arbeit sage ich herzlichen Dank. Die Gestaltung der Chronik lag in den Händen von Christian Büning.
Seit dem 16.12.2020 befinden wir uns wieder in einem „harten Corona-Lockdown“ und die Bevölkerung wird erneut vor gesellschaftliche- und wirtschaftliche Herausforderungen gestellt. Ich appelliere an Sie, sich gegenseitig so gut es geht zu helfen. Unterstützen Sie bitte auch die lokalen Unternehmen und nutzen Sie die vielfältigen Abhol- und Lieferdienste. Mit dem „UfO-Notfallplan“ sind Sie stets aktuell über die Angebote informiert.
Ich danke allen, die jeden Tag auf ihrem Platz das Beste geben und somit einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich wünsche trotz der Einschränkungen Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Freunden eine friedvolle und besinnliche Weihnachtszeit, einen guten und vor allen Dingen gesunden Start ins neue Jahr 2021 und viel Zuversicht.


Mit herzlichen Grüßen

Ihr
Marius Stiehl
Stadtbürgermeister

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