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19.11.2019 | Oberwesel

Gedenkfeier auf Friedhof St. Martin

Einige Bürgerinnen und Bürger aus Oberwesel fanden am Sonntagvormittag, nach dem Hochamt in der St. Martinskirche, den Weg an die Ehrenhalle auf dem Martinsfriedhof. Aus Anlass des Volkstrauertages hatte die Stadt Oberwesel die Bevölkerung zur Gedenkveranstaltung eingeladen. Wie in all den Jahren umrahmte das Blasorchester der Kolpingsfamilie Oberwesel und die Freiwillige Feuerwehr Oberwesel die Feierstunde festlich. Stadtbürgermeister Marius Stiehl dankte ganz herzlich den Mitwirkenden und erschienenen Bürgerinnen und Bürgern für die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung.
In seiner Ansprache ging er dann auf die Bedeutung des Gedenktages und seine Entstehung ein und erinnerte an die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Zudem stellte er die wertvolle Arbeit durch die Workcamps heraus, bei denen viele Jugendliche mehrere Wochen in verschiedenen Ländern unterwegs sind, um die Orte der Erinnerung und damit das Mahnmal für den Frieden zu erhalten.
Des Weiteren hob er die Bedeutung der Europäischen Union hervor. Zwar habe man in öffentlichen Diskussionen oft den Eindruck, die EU sei nur eine Wirtschafts-, Währungs-, Handels- und Verwaltungsunion, dabei sei sie in Wahrheit aber auch ein Bündnis gegen Krieg, gewissermaßen eine Friedensbewegung von einer halben Milliarde Menschen.
Marius Stiehl blickte zudem auf die Terroranschläge in Europa und der Welt zurück – insbesondere auf den rechtsextremistisch motivierten Mord an Dr. Walter Lübcke und den versuchten Massenmord in Halle – und konstatierte, dass auch diese Anschläge Formen von Krieg sind, fußend auf ideologischem Gedankengut, gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung und Gesellschaft.
Außerdem ging er auf den Mauerfall vor 30 Jahren ein. Der Fall der Mauer, die Montagsdemonstrationen und der innere Aufstand seien Zeichen dafür, dass eine Revolution, eine Veränderung auch ohne Blutvergießen und ohne militärischen Einsatz erfolgen könne.
Im Anschluss legte er stellvertretend für die Bürgerinnen und Bürger von Oberwesel zum Gedenken einen Kranz nieder.
Pastor Thomas Poppe betete mit den Anwesenden gemeinsam das „Vater unser“, ehe das Blasorchester der Kolpingsfamilie mit einem Liedbeitrag den Schlusspunkt der Feierstunde setze.

Bildtext: Stadtbürgermeister Marius Stiehl hielt seine Ansprache an der Ehrenhalle auf dem Friedhof St. Martin, im Hintergrund die Ehrenwache der Freiwilligen Feuerwehr Oberwesel. In bewährter Weise zeichnete das Blasorchester der Kolpingsfamilie Oberwesel sich für die musikalische Umrahmung verantwortlich.