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9.01.2020 | Oberwesel

Oberwesel lud zum Neujahrsempfang am Sonntag, 05.01.2020

(von links) Beigeordneter Karl-Heinz Botens, ehemaliger Bürgermeister Thomas Bungert, Stifter und Ehrenbürger Anton Heinrich Hütte mit Lebensgefährtin Marieluise Bothe, Stadtbürgermeister Marius Stiehl mit Lebensgefährtin Isabell Stockmanns, Weinhex Catharina Lambrich, in Vertretung für den neuen Bürgermeister der VG Hunsrück-Mittelrhein Peter Unkel kam Karl Moog und Erster Beigeordneter der Stadt Oberwesel Maximilian Jäckel. Das Oberweseler Prinzenpaar kam in Personalunion: Stadtbürgermeister Marius Stiehl und Isabell Stockmanns. Foto: Suzanne Breitbach

Premiere für den neuen Oberweseler Stadtbürgermeister Marius Stiehl: Zum ersten Mal lud er zum Neujahrsempfang ins Oberweseler Kulturhaus ein. Dabei blickte er auf die ersten Monate seit seinem Amtsantritt zurück und wagte einen Ausblick in die Zukunft. Unter den geladenen Gästen befanden sich amtierende und ehemalige Bürgermeister, Stadträte und Ortsvorsteher sowie die Bundestagsabgeordnete Carina Konrad. Die Erste Kreisbeigeordnete Rita Lanius-Heck hatte Heimvorteil.

„Was rund 47 Jahre seit 1972 währte, ist mit Ablauf des 31. Dezember zum einen unter- und zum anderen am 1. Januar 2020 neu aufgegangen. Unglaublich, was die sogenannte juristische Sekunde alles bewirken kann“, leitete Stiehl auf das Thema der neuen Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein hin. In Vertretung für den neuen Bürgermeister Peter Unkel war Beigeordneter Karl Moog vom Vorderhunsrück an den Mittelrhein gekommen, um ein kurzes Grußwort zu sprechen. Stadtbürgermeister a. D. Jürgen Port war entschuldigt.

„Eine Ära ging nicht nur in Bezug auf die Verbandsgemeinde zu Ende, auch an der Spitze der Kulturstiftung Hütte gab es einen Wechsel. Stifter und Ehrenbürger Anton Heinrich Hütte hat sein Amt als Vorsitzender des Vorstandes der Kulturstiftung im November 2019 nach rund 18 Jahren an Berthold Kuhn übergeben“, dankte der Oberweseler Stadtbürgermeister für die Gründung der Stiftung im Dezember 2001 durch die Eheleute Anton Heinrich und die zwischenzeitlich verstorbenen Margot Hütte. Die große Leidenschaft und Liebe zur Kultur, der unternehmerische Sachverstand und eiserne Wille sowie die persönliche Zielstrebigkeit haben unter anderem zu einem kulturellen Zentrum im Herzen von Oberwesel geführt. Das Stadtmuseum hat im abgelaufenen Jahr 15. Geburtstag gefeiert. „Dafür sind wir Ihnen zu großem Dank verpflichtet“, sagte Marius Stiehl und überreichte Anton Heinrich Hütte einen Blumenstrauß.

Hiobsbotschaften ereilten den Oberweseler Stadtbürgermeister in den vergangenen Monaten ebenfalls immer wieder. Düster wurde es am Krankenhaushimmel im Herbst, als verkündet wurde, dass der Klinikstandort St. Goar zum 31. Dezember 2019 und das Oberweseler Krankenhaus zum 31. März 2020 geschlossen werden sollten. „In einer aufgeregten Phase und bei der Suche nach Auswegen, nahm ich Anfang November Kontakt zu einem anderen großen Träger auf, der nach kurzer Zeit im Falle einer kompletten kommunalen Übernahme bereit gewesen wäre, die Geschäftsbesorgung zu übernehmen. Mit besagtem Träger stehen wir weiterhin in gutem Kontakt und hoffen auf eine gute Lösung. Wäre der Neujahrsempfang ein oder zwei Wochen später, hätte ich Ihnen an dieser Stelle eventuell auch schon den Namen verraten können. So müssen Sie sich noch etwas gedulden. Ein großer Dank gilt an der Stelle meinem Kollegen aus St. Goar, Falko Hönisch, und unserem Bürgermeister außer Dienst, Thomas Bungert. Es war eine tolle Gemeinschaftsleistung“, sagte Stiehl, der gleichzeitig auch den beiden Ärzten Ferdinand und Galeazzi für ihr Engagement im Rahmen der Sicherung der Bereitschaftsdienstzentrale und den herausragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dankte. „Ihr seid die wahren Helden.“

Das Angebot „Essen auf Rädern“ ist zum 31. Dezember 2019 ausgelaufen. 43 Jahre lang standen Ehrenamtliche bereit, um Mittag für Mittag den älteren Mitbürgern eine warme Mahlzeit zu bringen. Die im Januar 2019 verstorbene Gerda Brager, Annelore Zahn und Gisela Kuhles haben „Essen auf Rädern“ ins Leben gerufen. „Stellvertretend für die unzähligen Engagierten möchte ich mich bei Frau Kuhles, die von der ersten bis zur letzten Fahrt über 43 Jahre mit dabei war, für beispielloses soziales Engagement bedanken“, sagte Stiehl und überreichte einen Blumenstrauß an Gisela Kuhles.

Marius Stiehl wagte auch einen Ausblick: In Dellhofen nimmt im Rahmen der Dorferneuerung die Umgestaltung des alten Sportplatzes bald Formen an. An der Kirche beziehungsweise im Kirchenumfeld zeichnen sich weitere Schritte ab. In Langscheid wird das Feuerwehrgerätehaus um- und angebaut. Die Ausweisung des Neubaugebietes „Hinter dem Graben“ wird in Angriff genommen. Für den Grunderwerb und die ersten Arbeiten wurden im Haushaltsplan 296 000 Euro aufgenommen. Ein Elektro-Dorfauto vom Kreis dürfen die Langscheider in diesem Jahr nutzen. In Oberwesel-Engehöll stehen keine größeren Infrastrukturprojekte an, für Unterhaltungsarbeiten an den Brücken der Bopparder Bach wurden 45 000 Euro veranschlagt sowie Eigenleistungen eingeplant.

In der Kernstadt im Gewerbegebiet „Im Tuchscheren“ sollen eine Querungshilfe über die Bundesstraße 9 mit einer Ampelanlage und die Errichtung eines Fußweges für Verbesserungen sorgen. Die Eröffnung eines Supermarktes und zweier Discounter im gegenüberliegenden Gebäude nähern sich. Positive Entwicklung gibt es auch am Oberweseler Marktplatz: Praveen Terasawathi hat den Römerkrug und das Weinhaus Weiler gekauft. Während das Weinhaus Weiler im Frühjahr wieder eröffnet wird, wird der Römerkrug eine Komplettsanierung erfahren. Stiehl dankte den Eheleuten Trudel und Klaus Weiler für mehr als 33 Jahre Gastlichkeit.

Weinlehrpfad im Oelsberg

In den Startlöchern befindet sich ein Projekt, das die Themen Weinbau, Wandern und Kunst vereint. Die Idee, den Oelsberg mit einem Weinlehrpfad touristisch intensiver zu beleben, entstammt aus Gesprächen mit den Oberweseler Jungwinzern, die ihren Gemeinschaftswein Teamwork zum Empfang ausschenkten. Eine illustrierte Chronik, erarbeitet von Werner Klockner, soll außerdem zum Abschluss gebracht werden. „Wer weiter denkt, kauft näher ein!“ – so lautet der Schriftzug auf dem Neujahrsgeschenk der Stadt Oberwesel, einer grünen Einkaufstasche, die zum regionalen Einkauf animieren soll.