Das Minoritenkloster


Bereits um 1242 gründete der Orden der Franziskaner in Oberwesel ein Kloster. Mit dem Bau einer eigenen Klosterkirche als zweischiffige, asymmetrische gotische Hallenkirche begannen die Bettelmönche um 1280. Damit war diese Klosterkirche eine der frühesten gotischen Kirchenbauten in Deutschland. Nach einer Reform des Franziskanerordens trat der Konvent von Oberwesel 1517 der Richtung der Minoriten, der Minderbrüder bei.

Seit der Zeit heißt das Kloster Minoritenkloster. In der Reformationszeit verließen viele Mönche das Kloster. Fürstbischof Johann VI. von der Leyen (1556 – 1567) hob es deshalb auf und errichtete in den Klostergebäuden die kurfürstliche Kellerei für das Oberamt Oberwesel ein. Heute würde man dazu Fürstliche Vermögensverwaltung sagen. Im Zuge der Gegenreformation kamen die Minoriten 1621 wieder zurück.

Sie gründeten eine Lateinschule. An die erinnert heute noch das Schulgässchen. Der große Aufschwung der Schule kam, als der Kanoniker Martin Augsthaler von dem Liebfrauenstift der Klosterschule 1749 eine Stiftung von 1500 Gulden vermachte. Napoleon hob das Kloster 1802 auf und ließ den ganzen Besitz für 4000 Francs versteigern.

Die leerstehende Kirche und die Klostergebäude fielen 1836 einem großen Stadtbrand zum Opfer. Danach zogen arme Leute in die Ruinen ein, die nach dem großen Brand kein Dach mehr über dem Kopf hatten.

 

Mit Zustimmung und Unterstützung der Anlieger führte der Bauverein an der Kirchenruine umfangreiche Sanierungsarbeiten durch. Kunstgeschichtlich wertvoll ist die ehemalige Sakristei an der Nordseite des Chores. Ihre Restaurierung wurde möglich, als die Kulturstiftung Hütte den Raum erworben hatte.