Oberwesel im Herbst | © Henry Tornow

Ergebnisse der dritten Bürgerversammlung

Pressemeldung vom 12. Januar 2012

3. Bürgerversammlung zeigte Fortschritte der Pilotstudie Integrierte Wohnbestandsentwicklung auf

Unter großem Besucherinteresse fand am 12. Januar 2012 die  3. Bürgerversammlung der Pilotstudie zur integrierten Wohnbestandsentwicklung im Rathaus Oberwesel statt.

Professor Emil Hädler und Professor Michael Spies präsentierten die Zwischenergebnisse der Bachelor- und Masterstudierenden der FH Mainz. Nach einer Einführung in die Problemstellung der Studie durch Spies konnten die 12 Masterstudenten mit interessanten Ergebnissen aus ihrer sozial- und stadträumlichen Analyse aufwarten. Diese Erkenntnisse dienen als Grundlage für die weitere Bearbeitung der Studie mit dem Ziel der Stärkung Oberwesels als zukunftsfähiger Wohnstandort.

Erfreut zeigten sich Stadtbürgermeister Jürgen Port und die Bürger über das insgesamt zukunftsfähige Potential der Stadt, dass Ihnen die Studierenden bescheinigten. Dem allerdings stehen einige strukturelle Probleme gegenüber, die in der Planungsstudie behandelt werden sollen.

Der demographische Wandel entwickelt sich entsprechend der Trends des gesamten Bundesgebiets, weist in der Stadt Oberwesel eine etwas stärkere Überalterung bei gleichzeitig weniger Geburten und einzuschulenden Kindern auf. Trotz dieses leichten Bevölkerungsrückgangs kann ein langsam steigender Wohnungsbedarf bis 2030 prognostiziert werden. Die Infrastruktur ist ausreichend und gut über die Stadt verteilt, auf eine gezielte Verteilung der Nahversorgung auf die einzelnen Nachbarschaftsquartiere ist jedoch zukünftig zu achten. Eine optimierte Versorgung mit innerstädtischen Grün- und Freiflächen als Spiel- und Kommunikationsmöglichkeit und die bessere Vernetzung mit den Grünflächen am Rheinufer werden empfohlen.

Neben der Anpassung der Wohnungsbaubestände nach funktionalen, barrierearmen und energetischen Gesichtspunkten können Bestände und zu aktivierende Leerstände als “wachsende Grundrisse“ zum Generationenwohnen genutzt werden werden. Angesichts der Alterstruktur Oberwesels soll dem Wohnen für Ältere in der Entwicklungsplanung besonders Rechung getragen werden. Das Wohnenbleiben im angestammten Wohnumfeld und im gewachsenen nachbarlichen Umfeld wird mithilfe von geeigneten Pflege- und Dienstleistungsangeboten im Vordergrund stehen. In den weiteren Planungen werden die Masterstudierenden nachbarschaftliche Wohnmodelle entwickeln, die im Quartierszusammenhang die Tradition der Oberweseler Nachbarschaften weiterführen und das Angebot für junge Menschen und Familien  verbessern sollen.

Alle Planungsziele sehen die Entwicklung Oberwesels zum lebendigen und zukunftsfähigen Wohnstandort immer im Zusammenhang mit der Erhaltung und Stärkung der historischen städtebaulichen Struktur.

Spies betonte noch einmal, wie wichtig die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger ist, die mit Ihren eigenen Erfahrungen die Studien bereichern. In Kürze beginnen die Master-Studierenden mit der  soziologischen Wohnstilforschung, die mit Interviews im März 2012 eingeleitet wird. Die Bürger sind herzlich eingeladen, sich an der Befragung zu beteiligen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Daniela Wagner.

Die Bestandserfassung und Aufmaße, die man vor Ort bisher wohl am meisten wahrgenommen hat, werden im Frühling durch eine energetische Beratung durch die Verbraucherzentrale RLP ergänzt, an dem alle Eigentümer teilnehmen können, die ein Untersuchungsobjekt zur Verfügung gestellt haben. In dem Seminar zur Stadtbildanalyse werden Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für das Stadtbild auf Grundlage der vom ai-mainz und Studierenden des Bachelorstudiengangs erstellten Fassadenabwicklungen ausgewählter Straßenzüge analysiert und durch Farbkonzepte nach dem „Leitfaden Farbkultur“ – dessen Herausgeber die gleichnamige Initiative des Ministeriums ist – flankiert. Es werden Gestaltungsvorschläge entwickelt und eine Reparatur des Stadtbildes angestrebt.

Der demographische Wandel entwickelt sich entsprechend der Trends des gesamten Bundesgebiets, weist in der Stadt Oberwesel jedoch eine etwas stärkere Überalterung auf.

BuergerversammlungJan12 | © Quelle: Statisitsches Landesamt (eigene Darstellung)

 

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1. Vortrag 3. Bürgerversammlung

Hier kann der erste Vortrag zur 3. Bürgerversammlung am 12. Januar 2012 angesehen und heruntergeladen werden (pdf, ca. 2,8 MB).

2. Vortrag 3. Bürgerversammlung

Hier kann der zweite Vortrag zur 3. Bürgerversammlung am 12. Januar 2012 angesehen und heruntergeladen werden (pdf, ca. 2,3 MB)