Oberwesel im Herbst | © Henry Tornow

Innenstadt von Oberwesel wird zum "Ausstellungsraum"

Pressemeldung vom 19. Juli 2011

„Stadt Land Fluss“ zeigt Beispiele städtebaulicher Denkmalpflege

Städtebauliche Denkmalpflege ist eine Aufgabe und objektübergreifende Tätigkeit der staatlichen Denkmalfachbehörden nach Vorgabe der Denkmalschutzgesetze der Länder sowie einiger Bundesrahmengesetze. Sie arbeitet mit einem räumlichen Substanzbegriff, etwa bezogen auf den Stadtgrundriss und beteiligt sich so frühzeitig wie möglich am denkmalrechtlichen Entscheidungsprozess. Genau in diese Schiene passt das Leader-Projekt „Pilotstudie zur Wohnbestandsentwicklung im Weltkulturerbe der UNESCO Oberes Mittelrheintal am Beispiel Oberwesel“.

Gemeinsam mit drei Fachbereichen der Fachhochschule Mainz unter Leitung von Herrn Prof. Hädler werden derzeit pilothaft leerstehende Gebäude vermessen, kartiert, eingeordnet und im Rahmen von Studentenarbeiten Vorschläge unterbreitet, wie Eigentümer ihre „Leerstände“ wieder mit Leben füllen können. Die Pilothaftigkeit der Maßnahme liegt darin, dass am Beispiel Oberwesel die unterschiedlichen Möglichkeiten der Behebung von Leerständen getestet, begutachtet, gewertet und gewichtet werden. Am Ende könnte sozusagen eine Rangfolge für ein optimales Wohnstandsmanagement stehen. Wie sieht also die beste Methode aus, mit der Wohngebäude wieder einer sinnvollen für die Stadt lebensnotwendigen Nutzung zugeführt werden können?

Der Vorsitzende der lokalen Aktionsgruppe Welterbe Oberes Mittelrheintal Thomas Bungert: „Im Rahmen dieses Projekts bot es sich für die Studenten der FH Mainz an, die Wanderausstellung der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger (VdL) auch nach Oberwesel zu holen.“
Sie zeigt die Historie städtebaulicher Entwicklungen in der gesamten Bundesrepublik auf. Unter anderem mit Titeln wie „Die Anfänge um 1900“, „Zwischen Romantik und Moderne“, „Aufbruch aus Ruinen“ und die „Unwirtlichkeit der Städte“, werden die Bemühungen um und die Arbeit der Denkmalpflege von 1900 bis heute beleuchtet und aufgezeigt wie wichtig finanzielle Unterstützungen dabei sind.

So konnte am vergangenen Dienstag, Stadtbürgermeister Jürgen Port zahlreiche Gäste und hochkarätige Fachleute rund um das Thema Denkmalpflege, Städtebauförderung begrüßen, darunter den Abteilungsleiter der Städtebauförderung im Innenministerium, Dr. Greuloch, Herrn Dr. Glatz von der GDKE und die Vorsitzende der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Annette Müller sowie Frau Knabe von der SGD Nord in Koblenz.
Prof. Hädler, Dr. Glatz und Dr. Greuloch führten eindrucksvoll in die Thematik ein und hoben allesamt, die besondere Bedeutung der Pilotfunktion des Oberweseler Leader-Projektes hervor.

Stadtbürgermeister Jürgen Port zollte den Gästen zum Abschluss seines Grußwortes großes Lob:“ Ich danke ganz herzlich für die großartige bisherige Unterstützung und hoffe, dass das Leader-Pilot-Projekt wichtige Erkenntnisse für andere Welterbestädte im Oberen Mittelrheintal, aber auch für andere Städte in ganz Deutschland haben wird.“

Damit dürfte der Stadtbürgermeister nicht zu hoch gegriffen haben. Denn Prof. Hädler untermalte bei der Vernissage die bereits jetzt große Nachfrage europäischer Fachhochschulen und Universitäten am Projektergebnis.
Die Idee, die Ausstellung quasi in die Oberweseler Leerstände als „Schaufensterausstellung“ zu bringen bezeichnete Prof. Hädler als grandios. Besser kann man auf die Problematik nicht aufmerksam machen.
Einen Teil der Ausstellung kann man auch im Foyer / Bürgerbüro der Verbandsgemeinde St.Goar-Oberwesel, in Oberwesel, zu den üblichen Öffnungszeiten sehen.

Der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe Welterbe Oberes Mittelrheintal weist darauf hin, dass man im örtlichen Buchhandel, bei Schreibwaren Hermann, Liebfrauenstraße 31, die interessante Begleitbroschüre für nur 5,- € erwerben kann. Vorbestellungen unter: 0 67 44 - 94 390.

Schaufenster | © Stadt Oberwesel

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