Oberwesel im Herbst | © Henry Tornow

Ergebnisse der zweiten Bürgerversammlung

Pressemeldung vom 08. August 2011

Im Rahmen des Leader-Projekts „Pilotstudie zur Wohnbestandsentwicklung im Weltkulturerbe der UNESCO Oberes Mittelrheintal am Beispiel Oberwesel“  der Fachhochschule Mainz fand in Oberwesel am 8. August 2011 die zweite Bürgerversammlung im gut besuchten Rathaussaal statt. Sie markierte den Auftakt für die nächste Phase des Projekts im Rahmen des Mainzer Masterstudiengangs Architektur, die im Oktober 2011 starten wird und bis Ende 2012 andauert.

Bürgermeister Jürgen Port gab in seiner Einleitung der Erwartung Ausdruck, dass nach der Eröffnung der Ausstellung STADT-LAND-FLUSS der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger Deutschlands in der Liebfrauenstraße Mitte Juli weitere öffentliche Aktivitäten die leer stehenden Ladenschaufenster in Oberwesel beleben werden. Dies bestätigte Prof. Emil Hädler, der die erste Phase des Projekts in der Bestandserhebung verantwortet und leitet.
Seit der 1. Quartalsversammlung am 6. April haben Studierende intensiv an der Bestandsaufnahme von Leerstandsobjekten bzw. wenig genutzten Wohnhäusern gearbeitet. Erste Ergebnisse wurden Ende Juli abgegeben. Sie sollen im Herbst Gegenstand einer Folgeausstellung in Oberwesel werden, um weitere Eigentümer zur Mitwirkung an diesem ambitionierten Projekt zu begeistern. Mit Beginn des Wintersemesters sollen von einer neuen Gruppe Studierender Häuser unter die Lupe genommen werden, die bisher nicht ins Programm aufgenommen waren.

Prof. Hädler stellte in seinem „Werkstattbericht“ Zwischenergebnisse vor, erste Aufnahmen von Straßenzügen, Anfänge der Archivrecherche sowie ein Baualterskatasters, das die Stadt in ihren Bauphasen farbig darstellt und darauf verweist, dass der wesentliche Bestand von Wohnhäusern nicht mittelalterlichen Ursprungs ist, sondern aus dem Ende des 19. und dem beginnenden 20. Jahrhunderts stammt. Diese Bestandsaufnahme soll im Herbst unter der Regie von Prof. Dr. Regina Stephan vertieft werden, um denjenigen Wohn- und Haustypen auf die Spur zu kommen, die tatsächlich Oberwesel prägen und das „Material“ für eine zukunftsorientierte Entwicklung bilden. In Kontext dieser Untersuchung zur Geschichte des Wohnens sollen Bereiche im Stadtgebiet identifiziert werden, die noch Potentiale für bauliche Neuentwicklung aufweisen bzw. Anlass für Rückbauten und Abbrüche bieten.

Prof. Michael Spies stellte das Programm des Jahresprojekts 2011/12 im Masterstudiengang WOHNEN vor, dessen Studierende nicht im Maßstab einzelner Liegenschaften, sondern im großräumlichen Umgriff der Nachbarschaften die Perspektiven einer möglichen Wohnbestandsentwicklung im Innenbereich aufzeigen. Den organisierten Oberweseler Nachbarschaften kommt dabei als Partner besondere Bedeutung zu. Kontakte zu den Nachbarschaftsmeistern sollen folgen.
Es wurden die Planungsziele und –inhalte vorgestellt, die den Fokus auf den demographischen und sozialen Wandel legen. Veränderte Familienkonstellationen und der Wegzug junger Leute ändern das Wohnverhalten und die Ansprüchen an das Wohnen. Entwicklungen zu immer mehr Ein-Personen-Haushalten und veränderte Mobilitätsbedürfnisse verlangen nicht nur in Oberwesel Lösungen, die jenseits der tradierten Zellen von „Haus und Hof“ Modelle für das Wohnen der Zukunft in kleinstädtischen Nachbarschaften entwickeln.
Das Ziel ist die Entwicklung neuer Leitbilder des Zusammenlebens für das Wohnen im Alter, für selbstständiges und selbst organisiertes Wohnen unterschiedlicher Altersgruppen und für attraktive Wohnangebote an junge Familien, um der Absicht des Landesentwicklungsplan zu entsprechen, demzufolge der Innenentwicklung der Städte Vorrang vor weiterer Zersiedlung in den Außenbereichen einzuräumen ist.

Die dritte Bürgerversammlung im November 2011 soll bereits Zwischenergebnisse dokumentieren in Verbindung mit einer neuen Ausstellung in den leer stehenden Ladenschaufenstern.

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Vortrag 2. Bürgerversammlung

Hier kann der gesamte Vortrag zur 2. Bürgerversammlung am 8. August 2011 angesehen und heruntergeladen werden (pdf, ca. 7,5 MB).